Auf einen Blick
Was ist kooperativ konfessioneller Religionsunterricht?
An unserer Schule wird der Religionsunterricht in allen Klassen von 1 bis 4 konfessionell-kooperativ erteilt. Evangelische und katholische Lehrkräfte unterrichten die Klasse abwechselnd, planen den Unterricht gemeinsam und arbeiten dabei mit beiden Fachplänen. Rechtlich ist es ein ganz normaler konfessioneller Religionsunterricht nach Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes. Die Grundlage ist eine Vereinbarung der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg mit der Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Die Kirchen wollen mit diesem Modell das Bewusstsein für die eigene Konfession vertiefen, die ökumenische Offenheit erfahrbar machen und die Begegnung mit der anderen Konfession ermöglichen.
Was macht das Modell besonders?
- Lehrkräftewechsel: Lehrkräfte beider Konfessionen unterrichten im Wechsel in derselben Klasse.
- Gemeinsame Planung: Die Lehrkräfte arbeiten als Team und erstellen einen gemeinsamen Unterrichtsplan auf Grundlage von Beispielcurricula der vier beteiligten Kirchen.
- Beide Fachpläne: Es gelten der evangelische und der katholische Fachplan, jeweils mit eigener Schwerpunktsetzung.
- Gut vorbereitet: Eingesetzt werden nur Lehrkräfte, die an der verpflichtenden Einführungstagung teilgenommen haben oder teilnehmen werden.
- Mit Ihrem Einverständnis: Die Eltern geben ihr Einverständnis, bevor ein Bildungsabschnitt beginnt.
Was Kinder hier lernen: Werte und Haltungen
Im Mittelpunkt steht nicht nur Wissen über Religion. Die Kinder üben Haltungen ein, die im Zusammenleben jeden Tag gebraucht werden.
Zuhören und Respekt
- Zuhören
- Toleranz
- Achtung des Fremden
Eigener Standpunkt
- Religiöse Sprachfähigkeit
- Eine eigene Position finden
- Bewusstsein für die eigene Identität
Miteinander im Gespräch
- Dialog- und Pluralitätsfähigkeit
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen
- Achtung und Toleranz im Dialog
Auch die Werteerziehung gibt den Kindern Orientierung. Sie greift auf die biblische Tradition zurück, etwa auf Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.
Ist das auch etwas für Ihr Kind?
Ja. Der Unterricht ist ausdrücklich offen für Kinder, die keiner der beiden Kirchen angehören, wenn die Eltern die Teilnahme wünschen. Das gilt auch für Kinder anderer Religionen und für konfessionslose Kinder. Eine Kirchenzugehörigkeit ist für den evangelischen Religionsunterricht nicht erforderlich.
- Ihr Kind hat die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Kinder der Klasse.
- Es lernt Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennen und erfährt, wie man respektvoll miteinander spricht.
- Es erhält eine Note im Zeugnis wie in jedem anderen Fach.
Bitte beachten Sie: Der Unterricht ist ein christlicher Religionsunterricht. Er lädt Kinder anderer Religionen zum Dialog ein, ersetzt aber nicht den Unterricht der eigenen Religionsgemeinschaft. Wenn Sie Ihr Kind anmelden möchten oder Fragen haben, sprechen Sie uns gern an.
So läuft es ab
- Ihr EinverständnisSie melden Ihr Kind für den Religionsunterricht an, je nach Ausgangslage ist hierfür ein Antrag nötig - bitte sprechen Sie uns einfach an.
- Unterricht im WechselEvangelische und katholische Lehrkräfte unterrichten die Klasse im Regelfall jährlich wechseld und planen gemeinsam.
- ZeugnisDie Religionsnote richtet sich nach der Konfession der unterrichtenden Lehrkraft. Im Zeugnis steht der Zusatz „Der Religionsunterricht wurde konfessionell-kooperativ erteilt.“
Häufige Fragen
Muss mein Kind getauft sein?
Nein. Der evangelische Religionsunterricht setzt keine Kirchenzugehörigkeit voraus. Kinder, die keiner der beiden Kirchen angehören, können teilnehmen, wenn die Eltern es wünschen.
Warum gibt es dieses Modell?
Es ist kein Notbehelf. Nach den Vorgaben der Kirchen widerspricht eine Beantragung aus rein organisatorischen Gründen dem Anliegen des Modells. Es soll vielmehr das Gespräch zwischen den Konfessionen im Unterricht erlebbar machen.
Wird das Fach benotet?
Ja, Religion ist ein reguläres Schulfach mit Note im Zeugnis.
Wer verantwortet den Unterricht?
Die Kirchen beaufsichtigen den Unterricht gemeinsam. Jede Kirche bleibt für ihre Lehrkräfte verantwortlich.
Quellen
Konfessionelle Kooperation(Erzdiözese Freiburg)
KoKo(Evangelische Landeskirchen)
Downloads KoKo(Diözese Rottenburg-Stuttgart)
Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht in BW(Broschüre)
Konfessionell-kooperativ erteilter Religionsunterricht(EKD Texte 128)
Theologische Miniaturen zur Konfessionalität(Kontroverse Dialoge)

